
Lesen Sie hier, was unsere Partner im Vorhinein des BDEW Kongress 2026 bewegt.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Das Netz der Zukunft entsteht nur gemeinsam. Der BDEW Kongress bündelt die Akteure, die Tempo, Verlässlichkeit und klare Rahmenbedingungen für die Transformation brauchen, um im Zusammenspiel ein wirksames Ergebnis für die Zukunft zu erzielen.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie als Netzbetreiber aktuell?
Wir managen eine historische Gleichzeitigkeit mit enormer Dimension: Massiver Leistungszuwachs, Netzanschlussboom, Material- und Lieferengpässe – dem gegenüber stehen zunehmende Komplexität und gleichzeitig steigende Resilienz und Digitalisierungsanforderungen.
Wie bereiten Sie Ihr Stromnetz auf die Zukunft vor?
Wir bauen Kapazitäten auf Rekordniveau aus, digitalisieren Abläufe und erhöhen den Automatisierungsgrad und übernehmen dabei immer mehr Systemverantwortung – für ein resilientes, flexibles und effizientes Netz der Zukunft.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Als führender Energieanbieter in Deutschland ist es unser Anspruch, Playmaker der Energiewende zu sein – auch das Motto „Zukunft sichern“ entspricht diesem Leitsatz. Schon heute gestalten wir gemeinsam mit unseren 14 Millionen Kunden die Energiezukunft aktiv, innovativ und verantwortungsvoll – und werden das auch in Zukunft tun. Bei der Nutzung von Flexibilitäten und bidirektionalem Laden sind wir Innovationstreiber: So entlasten wir das Netz, nutzen Erneuerbare Energien effizient und binden Kunden als Prosumer ins Energiesystem ein. Der diesjährige BDEW-Kongress bietet die ideale Plattform, um mit Politik und Branche diese und weitere tragfähige Lösungen für die Zukunftsthemen der Energiewende zu diskutieren und weiterzudenken.
Welche Rolle spielen „Kleinst-Flexibilitäten“?
In der Transformation hin zu einem klimafreundlichen Energiesystem sind Kleinst-Flexibilitäten, wie Wärmepumpen, E-Autos und Heimspeicher, unerlässlich. In einer gemeinsamen Studie mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) haben wir ermittelt: In Deutschland ließen sich bereits im vergangenen Jahr durch Wärmepumpen, E-Autos, Heimspeicher und Haushaltsgeräte potenziell bis zu 15,6 Terawattstunden Stromverbrauch verschieben – das entspricht rund einem Drittel der öffentlichen Stromerzeugung aus Gas-Kraftwerken im Jahr 2024. Damit schlummert in den privaten Haushalten schon jetzt ein großes Flexibilitätspotenzial, das darauf wartet, genutzt zu werden. Bis 2030 wächst das jährliche Flexibilitäts-Potenzial auf bis zu 30,9 Terawattstunden an – eine große Chance für Verbraucher und das Energiesystem.
Was sind die größten Hemmnisse, um die Kleinst-Flexibilitäten zu heben?
Für Endkunden muss es deutlich einfacher werden, aktiver Teil des Energiesystems zu sein. Komplexität und Bürokratie sind viel zu groß, zudem fehlen Marktzugänge. Entscheidend sind Fortschritte bei Marktintegration, Wirtschaftlichkeit und Digitalisierung. EEG-Regeln und Direktvermarktung müssen stärker auf integrierte Lösungen aus PV, Speicher, Wärmepumpe und Ladepunkt ausgerichtet werden. Gleichzeitig braucht es wirtschaftliche Anreize: Preis, Netz- und Systemsignale müssen den Wert von Flexibilität widerspiegeln, Doppelbelastungen bei Abgaben und Steuern – etwa beim bidirektionalen Laden – dürfen nicht verzerren. Zudem muss der Smart-Meter-Rollout beschleunigt werden, denn ohne Digitalisierung, Echtzeit-Preissignale und hohe Datenqualität lassen sich Kleinst-Flexibilitäten nicht heben.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Wir haben uns für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress entschieden, weil das Motto „Zukunft sichern“ genau die Themen adressiert, die die Energiebranche aktuell bewegen. KI, Digitalisierung und neue Marktanforderungen verändern unsere Arbeitsweise grundlegend – jetzt geht es darum, bessere Entscheidungen zu treffen und Prozesse neu zu denken. Der BDEW Kongress ist die wichtigste Branchenveranstaltung des Jahres. Er bietet die ideale Plattform, unsere Ideen und Konzepte direkt mit den relevanten Entscheidern zu teilen, zu diskutieren und wertvolles Feedback zu erhalten. Genau dieser Austausch ist entscheidend, um die Energiezukunft gemeinsam zu gestalten.
Wo lässt sich KI heute schon in der Energiewirtschaft gut nutzen?
KI lässt sich heute schon in nahezu allen Bereichen der Energiewirtschaft wirksam einsetzen. Zum einen verändert sie die allgemeine Arbeitsweise: Assistenten unterstützen Mitarbeitende bei Recherche, Dokumentation und Entscheidungen und schaffen damit spürbare Entlastung im Alltag. Zum anderen gibt es bereits zahlreiche spezialisierte KI Fachanwendungen – zum Beispiel in der Kundenbetreuung, in der Netzführung oder im Anlagenbetrieb.
Überall dort, wo große Datenmengen verarbeitet, Muster erkannt oder Entscheidungen unterstützt werden müssen, entfaltet KI heute bereits einen klar messbaren Nutzen.
Bei welchen Themen wird KI in naher Zukunft unterstützen?
KI wird in naher Zukunft vor allem dort unterstützen, wo Informationen schneller gefunden, Entscheidungen besser vorbereitet und Prozesse intelligenter gesteuert werden müssen. Ein besonders spannendes Thema ist dabei SEO für KI – also die Frage, wie Inhalte so gestaltet werden, dass sie von KI Systemen verstanden, priorisiert und in Antworten genutzt werden. Das verändert vor allem den Vertrieb, weil klassische Suchportale an Bedeutung verlieren und KI direkt passende Produkte, Tarife oder Services empfehlen kann. Auch in der Unternehmenssteuerung wird KI eine zentrale Rolle spielen: Im Controlling, in der Planung oder im Forecasting wird KI Daten automatisch verknüpfen, Szenarien berechnen und belastbare Entscheidungsvorlagen liefern. So wird die Steuerung des Unternehmens präziser, schneller und deutlich vorausschauender.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Wenn es um den Austausch über Rahmenbedingungen und Lösungen für die drängendsten Herausforderungen der Energiewirtschaft geht, ist der BDEW Kongress „the place to be“.
Dies gilt in diesem Jahr mehr denn je: Unter dem Motto „Zukunft sichern“ steht nichts weniger als die Zukunft des Energie- und Wirtschaftsstandorts Deutschland im Mittelpunkt. Jetzt werden die entscheidenden Weichen gestellt, wie der weitere Weg in Richtung einer klimaneutralen Industriegesellschaft gestaltet werden muss. Dafür braucht es einen offenen, konstruktiven und sachlichen Dialog, damit Strommarktdesign, Kraftwerksstrategie, Netzentgeltsystematik und Erneuerbaren-Ausbau zügig und unbürokratisch vorankommen.
Als Stadtwerke-Kooperation möchten wir dazu beitragen, dass die Belange der Kommunalwirtschaft im politischen Diskurs sichtbar bleiben und in die anstehenden Entscheidungen einfließen.
Was versteht die Trianel unter Flexibilitäten?
Unser Energiesystem war lange Zeit darauf ausgelegt, jederzeit Energie bereitzustellen, sobald sie benötigt wurde. Diese Versorgungssicherheit wurde im Wesentlichen durch fossile Kraftwerke gewährleistet. Heute bilden aber die erneuerbaren Energien die tragende Säule des Energiesystems. Ihre Volatilität mit starken Schwankungen in Verfügbarkeit und Marktpreisen stellt das Energiesystem vor neue Herausforderungen. Wir brauchen daher Technologien und Marktmechanismen, die sich kurzfristig und bedarfsgerecht anpassen können, um Schwankungen im Stromsystem auszugleichen. Diese Anpassungsfähigkeit nennen wir „Flexibilität“. Sie ist zentral für ein Energiesystem, das zunehmend von Wind und Sonne geprägt ist. Ohne ausreichende Flexibilität wird die Energiewende nicht gelingen.
Wo sehen Sie den größten Nutzen von Flexibilitäten?
Die erfolgreiche Integration erneuerbarer Energien hängt maßgeblich davon ab, wie gut es gelingt, das Energiesystem insgesamt flexibler zu machen. Erfolgsfaktoren dafür sind die Flexibilisierung auf der Angebots- und Nachfrageseite, aber auch die Fähigkeit, Volatilität über Handelsinstrumente wie die Direktvermarktung bewirtschaften zu können. Entscheidend sind zudem die Ertüchtigung der Netzinfrastruktur, die Digitalisierung sowie der Aufbau von Back-up-Kapazitäten, die Versorgungssicherheit gewährleisten und die Systemflexibilität erhöhen.
Gerade Stadtwerke sind prädestiniert, als Flexibilitäts-Manager vor Ort diese Flex-Potenziale zu entdecken und zu heben. Allerdings bedarf es dazu eines stabilen regulatorischen Rahmens, der technologieoffen und unbürokratisch ist und Vertrauensschutz garantiert. Nur so können Investitionen in Flexibilitätsprojekte wie Batteriespeicher ausgelöst werden.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress zu dem Panel „Elektromobilität: Neue Chancen im regulatorischen Spannungsfeld“ entschieden?
Elektromobilität schließt derzeit die letzten Vorteilslücken zum Verbrenner – zugleich ist sie weit mehr als eine ‚Powerbank auf Rädern‘. Als integraler Bestandteil des Stromsystems ist sie unmittelbar von regulatorischen Leitplanken abhängig. Sie bestimmen, welchen Mehrwert E Fahrzeuge entfalten können, etwa durch Erlöspotenziale beim bidirektionalen Laden oder neue Geschäftsmodelle im Umfeld der Ladeinfrastruktur. Schon kleine regulatorische Änderungen wirken sich direkt und indirekt auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Zusätzlich entstehen durch sektorübergreifende Kopplungen neue Abhängigkeiten, die Chancen und Komplexität zugleich erhöhen. Genau dieses Spannungsfeld macht das Thema so relevant – das erleben wir täglich anhand der vielfältigen Fragestellungen unserer Kunden.
Wie bewerten Sie die aktuelle Entwicklung der Elektromobilität und Ladesäulen?
Die Entwicklung der Elektromobilität verläuft weiterhin in Wellen: Nach starken Wachstumsjahren 2022/23 folgte ein spürbarer Rückgang der BEV Zulassungen, bevor 2025 und Anfang 2026 wieder deutliches Momentum entstand. Beim Ladeinfrastrukturausbau sehen wir ein insgesamt positives Bild – die Zahl der Ladesäulen wächst derzeit schneller als die Fahrzeugflotte. Dennoch bleibt das Netz nicht flächendeckend, da Standorte oft nicht dort entstehen, wo sie für Nutzer den größten Mehrwert bieten. Zudem bestehen nach wie vor Wirtschaftlichkeitslücken im Betrieb. Parallel gewinnt der E LKW Bereich deutlich an Dynamik. Positiv ist auch die Vielfalt neuer Anbieter und Geschäftsmodelle – vom Laden an Rastplätzen über Büroimmobilien bis hin zum Depotladen –, die das Ökosystem spürbar bereichern.
Was wird für ein weiteres Wachstum bei der der Elektromobilität und Ladesäulen benötigt?
Für ein weiteres Wachstum braucht es vor allem drei Faktoren: Erstens schließen sich die technischen Abstände zum Verbrenner zunehmend. Leistungsfähigere Batterien erhöhen Reichweite und Lebensdauer, und Ladeprozesse nähern sich dem Komfort des Tankens an. Zweitens müssen E Fahrzeuge auch wirtschaftlich attraktiver werden – erst dann wird der viel zitierte Kipppunkt erreicht. Drittens braucht es verlässliche regulatorische Leitplanken, damit Elektromobilität und Ladeinfrastruktur ihre Zusatznutzen, etwa durch bidirektionales Laden und neue Geschäftsmodelle, voll entfalten können. Ergänzend können nutzernahe Standorte, einfachere Genehmigungen und digitale Services die Akzeptanz erhöhen.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Wir engagieren uns beim BDEW Kongress, weil Versorgungssicherheit im erneuerbaren Energiesystem neu gedacht werden muss. Der Ausbau der Erneuerbaren und der Netze bleibt zentral, aber er allein reicht nicht: Wir brauchen gesicherte Leistung, die den Systembetrieb stützt – um Engpässe zu vermeiden, Spannung und Frequenz zu stabilisieren und im Notfall das Netz wieder aufbauen zu können. „Zukunft sichern“ heißt für uns, genau diesen Zusammenhang in den Mittelpunkt zu rücken. Wichtig ist uns dabei Synergien zu heben, um ein robustes, resilientes und bezahlbares, klimaneutrales Energiesystem zu gestalten. Denn die Neubau-Kapazitäten sollten dort entstehen, wo sie den größten Nutzen stiften. Der Kongress ist eine ideale Plattform, mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in den Austausch zu kommen.
Was sollte bei der Ausgestaltung des Kapazitätsmarktes beachtet werden?
Ein Kapazitätsmarkt muss zentral organisiert sein, um die Versorgungssicherheit in Deutschland, die für viele Unternehmen wesentlicher Standortfaktor ist, auch zukünftig auf hohem Niveau halten. Entscheidend ist Tempo in der Umsetzung – bei gleichzeitigem Realitätssinn. Denn der deutsche Zeitplan für die Umsetzung ist ambitioniert – auch weil viele Jahre durch die politischen Verhandlungen beansprucht wurden. Der Versorgungssicherheitsbericht der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, ERAA, zeigt, dass Versorgungslücken Anfang bis Mitte der 2030er Jahre ihren Peak erreichen könnten. Hier müssen wir entschieden entgegensteuern. Gleichzeitig muss die Dimensionierung des Kapazitätsmarktes sehr präzise erfolgen, um den Energiepreis in Deutschland nicht weiter zu belasten. Der Mechanismus muss so ausgelegt sein, dass Investitionen sofort ausgelöst werden können. Die Übertragungsnetzbetreiber sind bereit, bei der Umsetzung wichtige Rollen einzunehmen.
Welchen Auftrag würden Sie der EU mit auf den Weg geben?
Unser klarer Auftrag an die EU: Die beihilferechtliche Genehmigung für Kapazitätsmechanismen muss schnell kommen. Die Zeit drängt, weil Versorgungssicherheitsrisiken bereits sichtbar sind. Gleichzeitig braucht es einen europäischen Rahmen, der Koordination ermöglicht, ohne nationale Handlungsspielräume zu beschneiden. Gemeinsam mit den anderen Übertragungsnetzbetreibern fordern wir, dass das Neubau-Segment, das mit 10 GW schon dieses Jahr ausgeschrieben werden soll, an systemdienlichen Orten entsteht. Damit leisten die Anlagen sowohl einen Beitrag zur Versorgungs- als auch zur Systemsicherheit. Ideal ist, wenn zwei Drittel der Anlagen im Südwesten entstehen. Damit das gelingt unterstützen wir das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das einen Südbonus einführen will.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW-Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW Kongress ist die Plattform für den Austausch zu den energiepolitischen Fragestellungen unserer Zeit. Wenn wir Zukunft sichern wollen, muss 2026 für uns das Jahr werden, in dem wir die wichtigen Weichenstellungen für die Wärmewende gemeinsam vornehmen. Dafür möchten wir als Hamburger Energiewerke aktiv in die Diskussion gehen. Wir haben uns für eine ambitionierte Wärmewende in Hamburg aufgestellt und investieren im Zeitraum 2022 bis 2028 2,85 Milliarden Euro, vor allem in die Transformation unserer Wärmenetze. Wir freuen uns, wie im vergangenen Jahr, als Themenpartner den BDEW Kongress mitzugestalten.
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen bei der Wärmewende?
Die Stadt Hamburg wird sich mit der kommunalen Wärmeplanung ambitionierte Ziele für die Wärmewende setzen, gerade im Hinblick auf den Zukunftsentscheid im letzten Jahr und dem vorgezogenen Ziel der Klimaneutralität 2040. Als Kommunalversorger übernehmen die Hamburger Energiewerke gerne Verantwortung. Damit wir noch mehr Menschen in Hamburg mit unserem Angebot überzeugen können, benötigen wir langfristige Planungssicherheit bei regulatorischem Rahmen und Förderinstrumenten. Beides benötigt eine klare Ausrichtung auf das Ziel der Klimaneutralität. Wichtige Gesetze wie das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz oder das Gebäudemodernisierungsgesetz müssen mit diesem langfristigen Gedanken zeitnah novelliert werden.
Welche Rolle werden kleine Wärmenetze bei der Wärmewende spielen?
Kleine Wärmenetze oder auch Gebäudenetze sind ein wichtiger Baustein der Wärmewende. Das ist in Hamburg bereits sichtbar. Hier betreiben wir neben dem großen Stadtnetz auch zahlreiche kleinere Wärmenetze. Die Ausgangslage vor Ort, u.a. Wärmebedarf, verfügbare Flächen für Heizzentralen oder die Verfügbarkeit von Abwärmequellen sind sehr unterschiedlich. Dies ermöglicht passgenaue Lösungen mit kleinen Wärmenetzen, ist in der Transformation von Bestandsnetzen hin zu klimaneutraler Wärme aber auch eine Herausforderung. Unser Anspruch ist es, diese komplexe Ausgangslage in maßgeschneiderte wirtschaftliche und klimaneutrale Wärmelösungen für die Menschen vor Ort zu übersetzen.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW Kongress bringt genau jene Akteure zusammen, die den entscheidenden Hebel für eine resiliente und bezahlbare Energiezukunft in der Hand haben: Netzbetreiber, Politik, Industrie und Technologiepartner.
Unsere Energieinfrastruktur steht heute unter enormem Druck – vor allem durch rasant steigende Elektrifizierung, neue Großverbraucher wie Rechenzentren und eine Netzinfrastruktur, die vielerorts zum Flaschenhals geworden ist. Bereits heute entstehen Verzögerungen bei Netzanschlüssen, die Unternehmen und die Energiewende ausbremsen.
Gleichzeitig zeigt unsere Arbeit mit Netzbetreibern und Industriepartnern, dass wir durch digitale Lösungen und autonomes Netzmanagement einen echten Unterschied machen können - etwa indem bestehende Netzkapazitäten besser genutzt, Engpässe verringert und die notwendigen, umfangreichen Investitionen effektiver priorisiert werden.
Der BDEW Kongress ist daher der ideale Ort, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die Netzausbau, Digitalisierung und autonomes Netzmanagement zusammenführen - und so die Energiezukunft Deutschlands und Europas nachhaltig absichern.
Wie kann Digitalisierung zum sicheren Netzbetrieb beitragen?
Digitalisierung ermöglicht Netzbetreibern neue Transparenz und Reaktionsfähigkeit, zudem ist sie die Grundlage für Automatisierung und Flexibilität. Moderne Netzsoftware, inklusive KI gestützter Analytik und digitaler Zwillinge, unterstützt vorausschauende Entscheidungen massiv - von der Lastflussoptimierung bis zur Störungsprävention.
Digitale Zwillinge ermöglichen es, Netzmodelle über alle Spannungsebenen automatisch zu erzeugen, zu verknüpfen und dauerhaft aktuell zu halten – eine essenzielle Voraussetzung für präzise Prognosen, Simulationen und Analysen, für die Integration von E Mobilität, Wärmepumpen und erneuerbaren Energien sowie für die Störungsprävention.
Welche technischen Innovationen werden in den nächsten 5 Jahren den Netzbetrieb deutlich verändern?
In den kommenden Jahren werden autonome Funktionen - von durch KI Agenten gestützter Betriebsführung bis zu umfassenden digitalen Zwillingen - den Netzbetrieb grundlegend verändern. Technologien wie automatisierte Zustandserkennung und -bewertungen von Assets, fortgeschrittene Algorithmen zur Optimierung erneuerbarer Energien sowie cloud native Plattformen für skalierbare Netz- bzw. Flexibilitätssteuerung ermöglichen eine deutlich höhere Effizienz und Resilienz. Diese Innovationen sind essenziell, um die zunehmende Komplexität durch erneuerbare Einspeisung, Elektromobilität und neue Lasten zuverlässig zu beherrschen.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Weil das Motto beschreibt, was wir tatsächlich tun – es trifft den Kern unserer Arbeit bei der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH. Berlin warmhalten, zuverlässig, bezahlbar und zukunftsfähig – und das auch im kältesten Winter. Doch in „Zukunft sichern“ streckt für uns auch, dass wir uns unserer sozialen Verantwortung bewusst sind.
Der BDEW Kongress ist der Ort, an dem entscheidende Gespräche stattfinden – über Technologien, Regulierung und die nächsten wichtigen Schritte. Hier treffen sich Energieversorger, Politik und Wissenschaft und diskutieren gemeinsam Herausforderungen und Lösungen für die Energiezukunft Deutschlands. Da wollen und dürfen wir als größte Fernwärmeversorgerin des Landes natürlich nicht fehlen, sondern werden aktiv mitdiskutieren und uns einbringen.
Welche Rolle sollte / kann die KWK zum Kapazitäts- und Leistungsaufbau leisten?
Eine noch größere Rolle als heute. Denn die Kraft-Wärme-Kopplung kann gleichzeitig heizen und Strom erzeugen – und das vor allem dann, wenn Wind und Sonne gerade Pause machen. Für eine Stadt wie Berlin mit einer hohen Bevölkerungsdichte ist das ungemein wertvoll. Nicht weil wir nostalgisch an der Technologie hängen, sondern weil sie ein zentraler Baustein des Energiesystems ist. Die KWK hat einen geringeren Brennstoffverbrauch als die getrennte Erzeugung von Strom und Wärme, sie reduziert den Bedarf an Brennstoffimporten (sei es Erdgas oder zukünftig H2) und sie entlastet das städtische Netz durch Stromeinspeisung im Verteilnetz und damit auch die benötigte Stabilität der Stromversorgung für Wärmepumpen und Elektrokessel.
Doch was fehlt, ist Planbarkeit und Investitionssicherheit. Das KWKG muss verlängert werden. Wir setzen uns massiv für stabile und langfristige Rahmenbedingungen der KWK ein.
Welchen Arbeitsauftrag würden Sie der Bundesregierung mit auf den Weg geben?
Was wir brauchen, sind verlässliche Rahmenbedingungen, Investitionssicherheit und Bürokratieabbau. Die Klimaziele sind gesetzt und wir fühlen uns diesen Zielen verpflichtet. Jetzt gilt es Kurs zu halten. Das sind wir uns und den kommenden Generationen schuldig. Doch wir müssen auch ehrlich zu uns sein, die Schritte, die vor uns liegen, um unsere Infrastruktur zu transformieren und Fernwärme auszubauen sind komplex und kosten viel Zeit und viel Geld. Kraftwerksprojekte und Fernwärmnetzausbau geschehen nicht über Nacht. Nur mit klaren Rahmenbedingungen und langfristigen Perspektiven für jede einzelne Investitionsentscheidung kann und wird uns diese Transformation gelingen.
Konkret heißt das neben der schon erwähnten KWKG-Verlängerung, dass wir auch Verlässlichkeit brauchen, was die Netzverdichtung und den -ausbau angeht. Dafür ist die Bundesförderung Effizienter Wärmenetze das Mittel der Wahl, auch diese muss langfristig nutzbar sein und hierfür gesetzlich verankert werden. Insofern sind meine Wünsche sicher erwartbar, aber sie wären eben auch ein echter Fortschritt.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW Kongress ist die zentrale Plattform für die energiepolitische und energiewirtschaftliche Weichenstellung in Deutschland. Als Strategieberater entlang der gesamten Wertschöpfungskette bringen wir Perspektiven aus Erzeugung, Handel, Netzen und Vertrieb zusammen. Die Partnerschaft ist für uns ein aktiver Beitrag zur Debatte über tragfähige Geschäftsmodelle, resiliente Infrastrukturen und die konkrete Umsetzung der Energiewende.
Welche Bedeutung haben Batteriespeicher für die Energiewende?
Batteriespeicher sind ein zentraler Flexibilitätsbaustein im dekarbonisierten Energiesystem. Sie stabilisieren Netze, integrieren volatile Erzeugung aus Wind und PV und reduzieren Systemkosten, indem sie Engpässe und Preisspitzen abfedern. Kurzfristig dominieren netz- und marktdienliche Anwendungen, perspektivisch werden Speicher integraler Bestandteil lokaler und regionaler Flexibilitätsmärkte. Entscheidend ist ein regulatorischer Rahmen, der Mehrfachnutzung ermöglicht und Investitionssicherheit schafft – insbesondere für Stadtwerke.
Wie muss sich das Stromnetz verändern?
Das Stromnetz wird vom reinen Transportnetz zur aktiven Systemplattform. Es muss dezentraler, digitaler und flexibler werden. Neben dem physischen Ausbau braucht es Transparenz in Echtzeit, standardisierte Schnittstellen und die Integration von Flexibilitäten wie Speichern, steuerbaren Lasten und E-Mobilität. Netzbetreiber entwickeln sich zu Orchestratoren regionaler Energiesysteme. Dafür sind schnellere Genehmigungen, investitionsfreundliche Regulierung und eine stärkere Verzahnung von Strom, Wärme und Mobilität erforderlich.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW ist ohne Frage eine zentrale Interessenvertretung für die gesamte Branche und damit einer der wichtigsten Player der Energiepolitik. Und deshalb ist der BDEW‑Kongress die Plattform, auf der sich die Branche trifft und ins Gespräch miteinander geht. Er hat zu Recht einen festen Termin im Jahreskalender!
Wir leben in einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist, in der es aber auch unglaublich viele Chancen gibt, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. Mit der Partnerschaft verbinden wir als BET Consulting den Anspruch, unser aktuelles Know‑how und unsere Projekterfahrungen direkt in die Debatten und in die Umsetzung zu tragen.
Welche intelligenten Lösungen gibt es, um die Systemkosten zu reduzieren?
Hauptkostentreiber in den nächsten Jahren wird der Netzausbaubedarf sein. Deshalb müssen wir als Gesellschaft alles daran setzen, den Ausbaubedarf zu reduzieren. Das ist unseres Erachtens gut möglich, ohne dass die Energiewende konterkariert wird.
Der Schlüssel liegt in der Digitalisierung. Digitale Anschlussportale, standardisierte Schnittstellen zwischen Anlagen, Netz und Messwesen bis hin zu Home-Energy-Management-Systemen und privaten PV-Anlagen müssen besser miteinander kommunizieren, damit sie sich netzdienlich verhalten können. Das ist möglich, wenn es entsprechende Preissignale aus dem Markt gibt. Hierdurch lässt sich die Effizienz steigern, was in erheblichem Ausmaß Kosten einspart.
Kurz: Wir sollten die Netze nicht bis zur letzten potenziellen Kilowattstunde ausbauen, sondern auf mehr Effizienz setzen.
Welchen Ordnungsrahmen braucht es?
Unsere Kernthese ist es, dass das politische Stückwerk aufhören muss. Energiepolitik ist technisch, ökonomisch und auch gesellschaftlich komplex und muss als Gesamtvorhaben gedacht werden.
Es liegt auf der Hand, dass der Ausbau gesicherter Leistung schnell vorangetrieben werden muss, um die Erneuerbaren zu ergänzen. Diese selbst brauchen aber auch neue Spielregeln. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus dem Monitoringberichts zum Start der neuen Bundesregierung haben wir im März eine Marktdesign-Studie vorgestellt, die die Erneuerbaren-Förderung neu aufstellt, dabei ihre Marktwerte steigen lässt und gleichzeitig Netzausbaukosten senken kann. Hierzu soll eine systemdienliche Anschlussleistung (SAL) definiert werden, die die Leistungsdimensionierung von Neuanlagen ins Verhältnis zum Netzanschluss setzt. Wir schlagen vor, dass sich nicht mehr jeder Netzanschluss an der Nennleistung der anzuschließenden EE-Anlagen orientiert, sondern dass auf Grundlage der SAL vorgegangen wird. Unser Ziel ist, gerade im Bereich der Windenergie die Volllaststunden zu erhöhen, was sich günstig auf Marktwerte und Netzdienlichkeit auswirkt und Redispatch samt Kosten reduziert.
Um das Zieldreieck aus Bezahlbarkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit neu auszutarieren, brauchen wir unseres Erachtens genau solche Ansätze, die die Aspekte gemeinsam denken.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Wir sehen den BDEW mit seinen über 2.000 Mitgliedern als wichtige Plattform zur Interessenbündelung und schlagkräftige Interessenvertretung in Berlin an. Deshalb engagieren wir uns seit Jahren in den relevanten BDEW-Gremien zur Entwicklung von Mobilität, Elektro-Mobilität und Ladeinfrastruktur in Deutschland.
Zudem arbeiten wir mit einer Vielzahl von BDEW-Mitgliedsunternehmen beim Auf- und Ausbau von Ladeinfrastruktur vor Ort zusammen. Gerne wollen wir den BDEW Kongress nutzen, um noch tiefer mit den Mitgliedsunternehmen ins Gespräch zu kommen.
Welche Rolle sollte E-Mobilität im Schwerlastverkehr spielen?
Elektro-Mobilität im Schwerlastverkehr liegt zeitlich einige Jahre den hinter dem Hochlauf bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen. Der Schwerlastverkehr in Deutschland umfasst ca. 460.000 schwere Lkw und Sattelzugmaschinen, von denen 2025 erst 1.300 elektrisch fuhren. Gleichwohl sehen wir E-Mobilität als strategische Schlüsseltechnologie im Straßengüterverkehr.
Inzwischen entwickelt sich E-Mobilität im Schwerlastverkehr rasant, getrieben von sinkenden Batteriekosten, strengeren CO₂-Vorgaben und technologischen Durchbrüchen. Neue Fahrzeugmodelle ermöglichen Megawattladen und pro Ladevorgang bis zu 600 km Reichweite. E-Lkw-Laden wird künftig in der gesetzlich vorgeschriebenen Pause möglich. Zusätzlich müssen sich die Total Cost of Ownership noch deutlich verbessern.
Wie können tragfähige Geschäftsmodelle zum Betrieb der Infrastruktur aussehen?
Tragfähige Geschäftsmodelle für Lkw-Ladeinfrastruktur basieren auf hoher Auslastung, klar definierten Use Cases und der engen Verzahnung von Ladeinfrastruktur, Netzausbau und Fahrzeughochlauf. Standortoptimierte High Power Charging- Hubs, langfristige Abnahmeverträge von Flottenbetreibern und differenzierte Preismodelle ermöglichen planbare Erlöse für Infrastrukturbetreiber.
Öffentliche, semi-öffentliche und private Ladeangebote sowie Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette schaffen Skaleneffekte und reduzieren Risiken. Schließlich bedarf es aus Sicht von Ladepunktbetreibern vereinfachter, digitalisierter, standardisierter und beschleunigter Genehmigungs- und Netzanschlussverfahren.

Welche Kompetenzen müssen Nachwuchskräfte heute mitbringen, um die Zukunft der Energie- und Versorgungswirtschaft aktiv mitzugestalten?
Nachwuchskräfte brauchen heute eine Verbindung aus klassischer Fachlichkeit und neuen Zukunftskompetenzen. Neben technischem, wirtschaftlichem und regulatorischem Verständnis werden Datenkompetenz, ein sicherer Umgang mit digitalen Tools, AI-Grundverständnis und bereichsübergreifendes Denken immer wichtiger. Denn die Transformation der Energie- und Versorgungswirtschaft ist nicht nur eine Infrastruktur- und Investitionsaufgabe, sondern vor allem auch eine Kompetenz- und Umsetzungsaufgabe. Wer komplexe Zusammenhänge versteht, Veränderung aktiv mitgestaltet und Technologie sinnvoll in die Praxis übersetzen kann, wird künftig den Unterschied machen.
Was beobachten Sie in Unternehmen: Wie verändern Digitalisierung, AI und Transformation die Anforderungen an junge Talente in der Branche?
Die Anforderungen an junge Talente werden konkreter, digitaler und stärker an Wirkung orientiert. Unternehmen erwarten heute nicht nur solides Fachwissen, sondern zunehmend auch „the new hard skills“ – insbesondere Datenkompetenz, AI-Verständnis und die Fähigkeit, digitale Werkzeuge produktiv im Arbeitsalltag einzusetzen. Nachwuchskräfte müssen Technologien nicht selbst entwickeln, aber ihren Nutzen, ihre Grenzen und ihre Auswirkungen auf Prozesse, Entscheidungen und Zusammenarbeit verstehen. Gefragt sind deshalb Talente, die Fachlichkeit mit Lernagilität, analytischem Denken und Umsetzungsstärke verbinden.
Welche Rolle kann die Nachwuchsinitiative des BDEW dabei spielen, junge Talente auf diese neuen Anforderungen vorzubereiten und stärker für die Branche zu begeistern?
Eine Initiative wie die Nachwuchsinitiative des BDEW kann eine wichtige Brücke zwischen den Zukunftsanforderungen der Branche und den Erwartungen junger Talente schlagen. Sie schafft Sichtbarkeit für die Themen, die die Energie- und Versorgungswirtschaft in den kommenden Jahren prägen werden, und macht deutlich, dass die Branche attraktive Aufgaben an der Schnittstelle von Transformation, Technologie und Umsetzung bietet. Gleichzeitig hilft sie, Orientierung zu geben, Austausch zu fördern und junge Menschen frühzeitig für die zentralen Zukunftsfragen der Branche zu gewinnen. Genau das ist entscheidend, um Zukunftsfähigkeit langfristig auch personell abzusichern.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Unsere Zeit wird immer digitaler – wir wollen uns daher bewusst Zeit für ganz analogen Dialog nehmen.
Wie bewerten Sie den derzeitigen Regulierungsrahmen in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit der Infrastruktur?
Das heutige Regime der ARegV kommt an seine Grenzen – oder genauer gesagt wir als Netzbetreiber innerhalb dieses Regimes. Das Budgetprinzip wird den Herausforderungen des Netzausbaus bei den ÜNB nicht mehr gerecht – daher begrüßen wir die geplante Umstellung auf ein Jährlichkeitsprinzip. Unabhängig davon ist aber bereits heute die Kapitalbeschaffung angesichts der enormen Investitionsvolumina eine große Herausforderung. Wir benötigen dringend einen international wettbewerbsfähigen Eigenkapitalzins – und bei unseren geplanten Investitionsvolumina auch mit Vielinvestierer-Aufschlag. Nur so können wir weiterhin die finanziellen Mittel aufbringen, um die Energiewende zum Erfolg zu führen.
Wie sollte eine Regulierung gestaltet werden?
Wir brauchen Sicherheit – sowohl beim EK-Zins als auch bei der Frage der Kostenanerkennung. Anreizmodelle müssen klar ausgestaltet sein und dürfen keine unkalkulierbaren Risiken enthalten. Nur so wird sichergestellt, dass unternehmerisches Handeln belohnt wird. Zusätzlich muss klar sein: Effiziente Kosten für die Beschaffung von Fremdkapital werden anerkannt.

Warum passt das BDEW-Motto „Zukunft sichern“ – gerade jetzt?
Das Motto unterstreicht einmal mehr die Notwendigkeit kompetenten und schlüssigen Handelns. Bei den Erneuerbaren geht es längst nicht mehr nur um Klimaschutz: Erneuerbare sind Industrie- und Friedenspolitik zugleich – sie entscheiden über Wettbewerbsfähigkeit, Verlässlichkeit und geopolitische Unabhängigkeit unserer Stromversorgung. Mit der EEG-Novelle und dem Netzpaket stehen zwei zentrale Gesetzesvorhaben für die Anpassung von Netz- und EE-Ausbau sowie die Systemintegration im Raum; parallel läuft das AgNeS-Verfahren als maßgebliche regulatorische Weichenstellung für Netzentgelte. Diese drei Stränge bestimmen, ob und wo Investitionen in erneuerbare Energien künftig wirtschaftlich sein werden. Die zentrale Frage ist deshalb: Wie setzen wir die richtigen Rahmenbedingungen, um die Energiewende erfolgreich zu Ende zu bringen?
Was macht EE-Projekte heute wirklich finanzierbar?
Wind und Solar gehören weltweit zu den günstigsten Formen der Stromerzeugung. Entscheidend sind vor allem planbare Erlöse und niedrige Kapitalkosten. Genau hier liegen die offenen Fragen der aktuellen energiepolitischen Debatte: Wie verlässlich sind die neuen CfDs, wie gestaltet die Politik neue Netzanschlussregeln, welche Rolle spielen PPAs künftig? Bei den Netzanschlusskosten ist es aus Projektsicht beispielsweise wichtig, dass ihre Höhe zum Zeitpunkt der Investition feststeht.
Der Kernpunkt ist: Wenn Rahmenbedingungen Vertrauen schaffen und prognostizierbar sind, sinken die Kapitalkosten und damit auch die Kosten der Energiewende.
Was bremst den Ausbau am stärksten – und welcher Hebel wirkt sofort?
Die beiden wichtigsten Engpassfaktoren sind aktuell die wirtschaftlichen Stromvermarktungswege und die verfügbare Netzkapazität: wie hoch sind die Ausschreibungsmengen, wie geht der Netzausbau voran, wie einfach ist es erneuerbaren Strom direkt an industrielle Abnehmer zu liefern? Der Netzausbau ist leider eher ein mittelfristiges Thema. Kurzfristig kann hier die Überbauung von Netzanschlusspunkten und der Einsatz von Speichern helfen. Direkte Hebel für die Beschleunigung des Ausbaus sind höhere Ausschreibungsmengen und regulatorische Vereinfachungen den erneuerbaren Strom direkt zur Industrie zu bringen, z.B. über Direktleitungen und standardisierte PPA-Prozesse.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Ich halte das diesjährige Motto "Zukunft sichern" des BDEW Kongresses für genau richtig gewählt. Nachdem die erste Halbzeit der Energiewende primär eine Erzeugungswende war, geht es jetzt darum gemeinsam als Branche die Weichen für die zweite Hälfte zu stellen. Neben der Nachhaltigkeit rücken die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit zunehmend in den Fokus. Der BDEW Kongress bringt die dazu relevanten Akteure mit ihren unterschiedlichen Rollen und Sichtweisen zusammen, bietet Raum Impulse zu setzen, Innovationen vorzustellen und gemeinsam Lösungen (weiter)zu entwickeln. Nur gemeinsam können wir die zweite Hälfte der Energiewende zum Erfolg führen.
Welche Möglichkeiten der Synchronisierung und Optimierung sehen Sie, um die Systemkosten zu dämpfen?
Um gesellschaftliche Akzeptanz langfristig zu sichern, ist die Bezahlbarkeit der Energiewende entscheidend. Gemeinsam müssen wir als Branche daran arbeiten, die Systemkosten so niedrig wie möglich zu halten. Das sind wir unseren Kunden schuldig. Um die Synchronisierung von Netz, Last und Erzeugung voranzutreiben, benötigen wir Instrumente wie regionale Baukostenzuschüsse, FCAs und die Einführung eines Redispatchvorbehalts. Als Verteilnetzbetreiber setzen wir auf eine Optimierung des Netzausbaus: Wir digitalisieren unsere Netze breitflächig, um bestehende Infrastruktur bestmöglich auszulasten. Außerdem entwickeln wir innovative Netzanschlusskonzepte und sichern durch langfristige Lieferverträge günstige Konditionen. So sorgen wir gemeinsam dafür, dass die Energiewende für unsere Kunden bezahlbar bleibt.
Worin sehen Sie die größten Hindernisse für eine erfolgreiche Energiewende?
Aktuell beobachten wir, dass viele Marktteilnehmer vor allem um ihre eigenen Interessen kämpfen. Die Energiewende wird zunehmend nicht mehr als Gemeinschaftsprojekt wahrgenommen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, brauchen wir wieder einen Schulterschluss zwischen Politik, Regulierung und Energiewirtschaft und kein Beharren auf Partikularinteressen. Die Debatte um die Einführung von Steuerungsmöglichkeiten für Netzbetreiber hat gezeigt, wie Dramatisierung und Polemik im Vorfeld zu einer Verunsicherung bei den Kunden geführt haben – die sich im Nachhinein als unbegründet herausgestellt hat. Mein Appell an alle Beteiligten: Mehr Sachlichkeit und Zusammenarbeit, damit wir die Energiewende gemeinsam zum Erfolg führen können.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Auf dem BDEW Kongress werden die entscheidenden Weichenstellungen für das Energiesystem der Zukunft offen und konstruktiv diskutiert. Ein stabiles, flexibles und digital abgesichertes Stromsystem ist die Grundlage für eine erfolgreiche Dekarbonisierung. Dafür braucht es einen engen Schulterschluss zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Kongress bietet den richtigen Rahmen für den Dialog über die Frage, wie Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zusammengebracht werden können.
Welche Bedeutung hat Offshore Windkraft für das Energiesystem heute und in Zukunft?
Offshore Windenergie ist schon heute eine tragende Säule der Energiewende und wird in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen. Sie liefert große Mengen CO₂ freien Stroms mit hoher Verlässlichkeit. Offshore Wind stärkt nicht nur Versorgungssicherheit und Klimaschutz, sondern auch die europäische Integration der Stromnetze.
Gerade die Ostsee wird für die Versorgungssicherheit und den Klimaschutz immer bedeutender. 50Hertz treibt diese Entwicklung aktiv voran – etwa mit den Netzanschlussprojekten Ostwind 1 und Ostwind 2, über die bereits mehrere Offshore Windparks in der Ostsee angebunden sind, sowie mit neuen Anbindungen wie Windanker und Gennaker. Zudem ist 50Hertz der einzige Übertragungsnetzbetreiber, der sich im Bereich Offshore Energie sowohl in der Ostsee als auch in der Nordsee engagiert.
Wie sollte die passende Stromnetzstruktur aussehen?
Regionale Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um das Potenzial von Stromnetz-Infrastruktur und Offshore-Windenergie auf allen europäischen Gewässern bestmöglich zu erschließen. Die Ostseeregion ist hier Vorreiter. Die Übertragungsnetzbetreiber der acht Ostseeanrainer-Staaten haben die erste regionale Analyse für eine grenzüberschreitende Offshore-Netzinfrastruktur und den Offshore-Windenergie Ausbau vorgelegt. Sie zeigt: Das Potenzial der Ostseeregion als künftiges Drehkreuz für saubere Energie ist groß. Die Studie hat rund 13 Gigawatt neue grenzüberschreitende Interkonnektoren sowie bis zu 50 Gigawatt zusätzliche Offshore-Windleistung bis 2040 identifiziert. Darüber hinaus unterstreicht die Analyse die zentrale Rolle der Sektorkopplung: Offshore Windenergie wird künftig nicht nur Strom für Verbraucher liefern, sondern auch ein wachsendes Wasserstoffsystem speisen.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW Kongress bringt die zentralen Akteure der Energiebranche zusammen. Für uns als Fernleitungsnetzbetreiber geht es darum, die Transformation der Gasversorgung zu gestalten – durch eine Infrastruktur, die Dekarbonisierung ermöglicht, Versorgungssicherheit gewährleistet und die Resilienz unseres Energiesystems stärkt. Genau das heißt „Zukunft sichern“ für uns: unser Netz heute verlässlich betreiben und zugleich die Infrastruktur von morgen entschlossen weiterentwickeln.
Dieser Wandel wird erst im Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Infrastruktur ermöglicht. Als Partner des Kongresses möchten wir unsere Perspektive einbringen und gemeinsam daran arbeiten, dass aus ambitionierten Zielen tragfähige Lösungen werden.
Was sind Stand heute die größten Hemmnisse beim Wasserstoff-Hochlauf?
Der Wasserstoff-Hochlauf stockt aktuell, weil Angebot, Nachfrage und Infrastruktur nicht sauber ineinandergreifen. Es fehlt an Koordination und Verbindlichkeit entlang der Wertschöpfungskette. Abnehmer investieren nicht, weil Preise und Verfügbarkeiten unsicher sind. Erzeugern fehlen belastbare Abnahmezusagen. Wir Netzbetreiber stehen damit im Dilemma: Wir sollen die Infrastruktur bauen – wissen aber nicht, wie groß sie tatsächlich werden muss.
In der Praxis bremsen regulatorische Unsicherheiten: Unklare Investitionsbedingungen und fehlende Absicherungsmechanismen hindern den Hochlauf. Der Bedarf nach grünen Gasen ist da, aber die Rahmenbedingungen stimmen noch nicht. Die industrielle Transformation kann nur über verlässliche Starthilfen und einen zielgerichteten Instrumentenmix gelingen.
Was braucht es nun konkret für einen sicheren, schnellen und bezahlbaren Hochlauf?
Damit der Hochlauf wieder Fahrt aufnimmt, müssen aus grundsätzlichem Interesse konkrete Vorhaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden. Entscheidend sind dabei Clusterregionen als Taktgeber: Hier kommen Erzeugung, Transport, Verteilung und Nachfrage räumlich zusammen.
Das H2-Kernnetz bildet die Grundlage, aber wir benötigen ebenso regionale Anbindungen, Importzugänge und eine enge Abstimmung vor Ort, damit grüne Gase wirklich bei Industrie und Mittelstand ankommen. Dafür müssen wir Akteure zusammenbringen, Partnerschaften stärken und dort ansetzen, wo wir schon heute etwas verändern können. Genau für diesen Austausch bietet der BDEW Kongress eine wichtige Plattform.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Der BDEW Kongress ist eine der zentralen Plattformen, auf der Politik, Energiewirtschaft und Industrie gemeinsam über die Zukunft des Energiesystems diskutieren. Das Motto „Zukunft sichern“ bringt die aktuelle Herausforderung sehr gut auf den Punkt: Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaziele müssen gleichzeitig erreicht werden. Als unabhängiger Technologie- und Systempartner bringt DNV langjährige Erfahrung aus Analyse, Engineering und Praxisprojekten ein. Unsere Motivation ist es, die Debatte faktenbasiert zu unterstützen und konkrete, umsetzbare Lösungsansätze für eine resiliente Energiezukunft aufzuzeigen.
Welche Chancen ergeben sich in Deutschland und Europa durch einen weiteren Ausbau von Offshore-Windkraft?
Der Ausbau der Offshore-Windkraft eröffnet große Chancen für Deutschland und Europa – energiepolitisch, wirtschaftlich und industriepolitisch. Offshore-Wind kann einen wesentlichen Beitrag zu mehr Resilienz und Energieunabhängigkeit leisten, gerade in einem zunehmend geopolitisch geprägten Umfeld. DNV hat in Studien wie dem Energy Transition Outlook Germany gezeigt, dass sich die Importabhängigkeit von Primärenergie langfristig deutlich reduzieren lässt, ohne Wirtschaftswachstum oder Staatsfinanzen negativ zu beeinflussen.
Darüber hinaus entsteht ein globaler Zukunftsmarkt. Wenn Ausbauziele, Netzinfrastruktur und Elektrifizierung konsequent zusammengedacht werden, kann Offshore-Wind eine tragende Säule für eine wettbewerbsfähige, klimaneutrale Industrie werden. Voraussetzung ist eine koordinierte europäische Planung, damit Wertschöpfung, Innovation und industrielle Kapazitäten auch in Europa aufgebaut werden.
Was wird benötigt, um die Anlagen wirtschaftlich zu betreiben?
Alle Offshore-Windparks in der deutschen Nord- und Ostsee werden heute privatwirtschaftlich und unter den bestehenden regulatorischen Rahmenbedingungen wirtschaftlich betrieben. Gleichzeitig verändern sich die Marktbedingungen derzeit sehr schnell. Unsere Analysen bei DNV zeigen, dass für langfristige Investitionsentscheidungen vor allem Planungssicherheit über lange Zeiträume entscheidend ist.
Konkret braucht es verlässliche Erlösmodelle, etwa durch Contracts for Difference, sowie eine konsequente Elektrifizierung und den synchronen Ausbau der Netzinfrastruktur, um stabile Nachfrage zu schaffen. Auf der Kostenseite sind Industrialisierung, Standardisierung und der gezielte Ausbau wettbewerbsfähiger europäischer Lieferketten zentral – Themen, an denen DNV gemeinsam mit Industriepartnern intensiv arbeitet. Mit einer klug gestalteten Regulierung lässt sich das weitgehend kostenneutral für den Staat erreichen – entscheidend ist jetzt Geschwindigkeit.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Weil es genau das ist, worum es geht: Die deutsche Energiewirtschaft sichert nachhaltig die Zukunft unseres Industriestandorts in einer sich verändernden globalen Welt - also Energie, Wirtschaft und Umwelt!
Die Bereitstellung von Energie ist eine wichtige Grundlage für das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Um in Zukunft eine bezahlbare, verlässliche und nachhaltige Versorgung sicherzustellen, muss sich jedoch etwas ändern, der Status-quo ist kein sicherer Hafen. Genau das möchten wir gemeinsam mit den Teilnehmer:innen des BDEW Kongress diskutieren.
Was hat oberste Priorität bei der Finanzierung und Umsetzung der Wärmewende?
Für viele Investoren hat die Planbarkeit von Risiken höchste Priorität. Fehlt sie, steigen Finanzierungskosten spürbar und Projekte finden keinen Investor. Es gibt Projekte, da übersteigen theoretisch die Finanzierungskosten sogar die Renditen und eine Finanzierung und das Projekt ist damit nicht tragbar. Aktuell zeigt sich, dass institutionelle Investoren zunehmend risikoärmere, regulierte Netzbereiche bevorzugen und sich aus volatileren Bereichen zurückziehen.
In der Wärmewende fehlen bislang tragfähige Modelle, die Chancen und Risiken ausgewogen zwischen Versorgern und Investoren verteilen. Unsichere Fördermechanismen, schwankende Absatz‑ und Gestehungskosten sowie wenig flexible Zielvorgaben verstärken diese Unsicherheit. Für Investitionen braucht es deshalb verlässliche Rahmenbedingungen und klare Risikoallokation.
Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Ausgangslagen der Kommunen für eine realistische und bezahlbare Wärmeplanung?
Die sehr unterschiedlichen Ausgangslagen der Kommunen sind eine zentrale Herausforderung. Geografie, Demografie und wirtschaftliche Struktur prägen die Möglichkeiten der Wärmeplanung maßgeblich.
Zum Beispiel steht eine Industriestadt mit alternder Bevölkerung ohne Zugang zu Gewässern oder geothermischen Potenzialen vor anderen Aufgaben als eine mit jungen Menschen wachsende Universitätsstadt mit innovativen Industrien, Rechenzentren und energieeffizienten Neubaugebieten. Zusätzliche politische Vorgaben – etwa besonders ambitionierte Net‑Zero‑Ziele – können diese Unterschiede verstärken. Daher braucht es klare aufeinander aufbauende Ziele und Leitplanken statt detaillierter und teils widersprüchlicher Vorgaben.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Wir haben uns für die Partnerschaft und das Engagement beim BDEW Kongress entschieden, weil er wichtige Akteure der Energiewirtschaft zusammenbringt und damit genau den Dialog ermöglicht, den es für ein resilientes, klimaneutrales und wirtschaftlich tragfähiges Energiesystem braucht. Unter dem Motto „Zukunft sichern“ möchten wir unsere Ideen einbringen, gemeinsam Lösungen weiterdenken und die Energiewirtschaft dabei unterstützen, die komplexen Anforderungen der Transformation und Finanzierung der nötigen Investitionen erfolgreich zu meistern.
Wie kann ausreichen Kapital für die Energiewende mobilisiert werden?
Die mit einer erfolgreichen Transformation der Energiewirtschaft einhergehenden Investitionsbedarfe in Energieerzeugung, Netze, Speicher, Flexibilität und Dekarbonisierung werden sich in den nächsten Jahren auf über EUR 500 Mrd. belaufen. Der nötige Kapitalbedarf kann nicht alleine durch die öffentliche Hand gestemmt werden, sondern erfordert eine Mobilisierung von privatem Kapital. Verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit sind hierfür unerlässlich, um die nötigen Investitionen und deren Finanzierung zu ermöglichen. Hier können Politik und Energiewirtschaft gemeinsam ansetzen, auch vor dem Hintergrund des geopolitischen Drucks zur Beschleunigung der Energiesouveränität.
Welche Möglichkeiten haben Unternehmen zur Finanzierung der anstehenden Investitionen?
Die Unternehmen der Energiewirtschaft – ob in öffentlicher oder privater Hand – haben einen endlichen Fremdkapitalspielraum und gleichzeitig werden Investitionen durch Kostensteigerungen und höhere Kapitalkosten herausfordernder. Neben Fremdkapital sollten auch Eigenkapital und hybride Finanzierungsinstrumente in Erwägung gezogen werden. Sollten Eigenmittel privater oder kommunaler Anteilseigner sowie ein Zugang zum Kapitalmarkt begrenzt sein oder nicht in Frage kommen, können institutionelle Investoren als Partner relevant werden. Dies erfordert zum einen Offenheit für neue Partner und deren Anforderungen sowie für einen breiten Einsatz auch bei kleinen bis mittleren Unternehmen eine Standardisierung. Neben der Finanzierungsfrage sollten die strategische Ausrichtung und das Portfolio an Aktivitäten überprüft und eine Priorisierung von Investitionen vorgenommen werden.

Warum hat sich SEFE für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
SEFE Securing Energy for Europe wohnt bereits im Firmennamen ein besonderer Auftrag inne. Mit seinem umfassenden Portfolio aus Erdgas, LNG und Strom sowie der dazugehörigen Infrastruktur bietet der Konzern seinen Kunden verlässliche, marktorientierte Energielösungen. Durch Investitionen in saubere Energien unterstützen wir unsere Kunden bei der Dekarbonisierung und tragen aktiv zur Energiewende bei.
Unsere Speicher und Transportnetze schaffen Stabilität, ermöglichen grenzüberschreitende Energieflüsse und bereiten den Weg für Wasserstoff und grüne Gase. Mit Aktivitäten entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Beschaffung über Handel bis zu Speicherung und digitaler Infrastruktur – ist der SEFE-Konzern ein starker Partner für die Zukunftssicherung.
Ihr Unternehmen SEFE Storage betreibt und vermarktet Untertagegasspeicher. Wie sieht es hier mit der Zukunftssicherung aus?
Wir optimieren unsere Anlagen in technischer Hinsicht und bieten unseren Kunden flexiblere und leistungsfähigere Speicherprodukte an. Klar ist: Speicher sind ein zentraler Pfeiler der Versorgungssicherheit – heute für Erdgas und morgen auch für Wasserstoff. 2025 hat SEFE Storage dafür wichtige Weichen gestellt und u. a. die technische Vorplanung für einen Wasserstoffspeicher im niedersächsischen Jemgum abgeschlossen. Unsere Kompetenz im Speicherbetrieb basiert auf einem breiten Know-how im Umgang mit Gasen. Wir treiben den Aufbau einer zukunftsfähigen Speicherinfrastruktur voran, die auf Dekarbonisierung ausgerichtet ist und dabei verschiedenste Moleküle mitdenkt – von Biomethan über Wasserstoff bis hin zu CO₂.
Gasspeicher sind kritische Infrastruktur – und immer öfter Ziel von Drohnenüberflügen. Welche Themen müssen hierbei angegangen werden?
Zunächst einmal benötigen wir – Speicherwirtschaft, Politik und Sicherheitsbehörden – ein gemeinsames Grundverständnis über die diesbezügliche Bedrohungslage. Dass wir uns vor Spionage schützen müssen, ist allen klar. Aber wie wahrscheinlich sind Sabotageversuche aus dem Luftraum? In den vergangenen Monaten hat die Diskussion hierüber Fahrt aufgenommen – auch im Zuge gesetzgeberischer Maßnahmen. Das ist gut und wichtig, wenngleich für uns als Speicherbetreiber noch einige offene Fragen zu klären sind. Als Betreiber kritischer Infrastruktur sind wir verpflichtet, die Resilienz unserer Anlagen zu stärken und sie vor Bedrohung zu schützen. Den Schutz vor Drohnen können wir allerdings nicht alleine lösen, weder in operativer noch in rechtlicher Hinsicht. Wichtig ist, hier in der Zusammenarbeit aller Beteiligten möglichst bald zu praktikablen und effektiven Schutzmechanismen zu gelangen.

Warum die Partnerschaft beim BDEW-Kongress „Zukunft sichern“?
„Durch uns fließt Energie“ – das ist mehr als unser Claim, das ist gelebte Verantwortung. Der BDEW-Kongress unter dem Motto „Zukunft sichern“ ist für OGE die richtige Bühne, um dieser Verantwortung Ausdruck zu verleihen. Wir sichern heute die Energieversorgung Deutschlands mit Erdgas – und wir schaffen die Verbindungen, über die morgen Wasserstoff und CO₂ fließen werden. OGE ist mehr als ein Gasnetzbetreiber – wir sind Lösungsanbieter für die Dekarbonisierung der deutschen Industrie: mit unseren Leitungen, unserer Infrastruktur, unserer Erfahrung. Der BDEW-Kongress bringt die Menschen zusammen, die genau das gestalten – Industrie, Politik und Investoren. Genau dort wollen wir sein – wo die Musik der Energiewirtschaft spielt.
Gibt der Staat die richtigen Rahmenbedingungen für Kapitalgeber?
Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Die Bundesregierung setzt mit dem Deutschlandfonds und dem Koalitionsvertrag Impulse für ein investitionsfreundliches Klima. Aber als CFO von OGE muss ich auch sagen: Gute Absichten allein mobilisieren kein Kapital. Damit Investitionen realisiert werden können, braucht es einen stabilen und investitionsfreundlichen Regulierungsrahmen. Der NEST-Prozess deutet darauf hin, dass sich die wirtschaftlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für Netzbetreiber perspektivisch verändern könnten und dabei ein stärkerer Fokus auf Kosteneffizienz gelegt wird. Gleichzeitig bleibt es aus unserer Sicht wichtig, weiterhin angemessene Anreize für notwendige Investitionen zu gewährleisten.
Als aktuelles Beispiel ist die frühzeitige Festlegung des Weighted Average Cost of Capital (WACC) durch die BNetzA zu nennen. Diese wird im Markt aufmerksam beobachtet, insbesondere im Hinblick auf die Frage, inwieweit die Verzinsung die aktuell am Kapitalmarkt beobachtbaren Zinskonditionen für Gasnetzbetreiber widerspiegelt. Auch beim H₂-Kernnetz sehen wir kein angemessenes Risiko-Rendite-Profil, und das geplante CO₂-Netz braucht ein vollständiges staatliches De-Risking für systemische Risiken. OGE steht bereit als Lösungsanbieter – aber Lösungen brauchen tragfähige Rahmenbedingungen.
Welche Rolle spielt der Deutschlandfonds?
Ich fange mit einer guten Nachricht an: Internationale Investoren schauen auf Deutschland – Wirtschaftsministerin Reiche und Finanzminister Klingbeil berichten von echtem Interesse. Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen. Der Deutschlandfonds ist dafür ein intelligenter Hebel: 30 Mrd. Euro Staatsgeld sollen bis zu 130 Mrd. Euro privates Kapital mobilisieren.
OGE steht bereit – unsere Leitungen transportieren morgen Wasserstoff zur Industrie und CO₂ in die Speicher. Das ist gelebte Energiewende durch Infrastruktur. Dafür braucht es privates Kapital in großem Maßstab – der Investitionsbedarf für den Umbau des Energiesystems liegt laut BDEW bei über 1,2 Billionen Euro bis 2035. Der Fonds ist ein starkes Signal. Jetzt kommt es auf eine schnelle, konkrete Ausgestaltung an.

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Die Stromwirtschaft ist mit ihren Anlagen ein strategischer Player im KRITIS Verbund. Deshalb ist die Zusammenarbeit von Rheinmetall mit dem BDEW enorm wichtig und für die zukünftige Sicherheit entscheidend. Es geht darum, die Bedürfnisse der Verbandsmitglieder richtig zu verstehen, um maßgeschneiderte Konzepte und Lösungen für den Schutz von kritischen Infrastrukturen anbieten zu können.
Was sind zurzeit die größten Herausforderungen bei der „richtigen“ Erkennung von Gefahren?
Die Bedrohung aus der Luft durch Drohnen ist äußerst anspruchsvoll. Einerseits haben wir es mit einer wachsenden Gefahr im hybriden Umfeld zu tun, andererseits kann der Schaden durch nicht-kooperative Drohnen sehr hoch sein. Für die Detektion und Neutralisierung solcher manipulierten Drohnen ist hochstehende Technologie notwendig, welche im militärischen Bereich tagtäglich getestet und laufend optimiert wird. Die entsprechende Ausrüstung ist im Vergleich zu den Kosten der eingesetzten Drohnen sehr teuer, sodass von einem "asymmetrischen Verhältnis" gesprochen wird. Doch nur ein umfassender Schutz ist zielführend, um die geforderte Sicherheit der kritischen Infrastruktur zu bewerkstelligen.
Kommt die Gesetzgebung mit der Entwicklung / den technologischen Innovationen mit?
Die Gesetzgebung muss politischen und finanziellen Rahmenbedingungen folgen. Die Bedrohung nimmt jedoch rasant zu, sodass auch die Abwehrmaßnahmen sich adäquat weiterentwickeln muss. Damit haben wir einen "Gap" zwischen den (unklaren) Rahmenbedingungen und den notwendigen Handlungsmaßnahmen. Diese Lücke kann nur geschlossen werden, wenn alle Partner proaktiv handeln und den Schutz – zumindest in der Konzeption und "pilotmäßig" - evaluieren, definieren und erproben. Nur so können wir sicherstellen, dass wir bereit sind, wenn irgendwas passiert. Und das ist nur eine Frage der Zeit…

Warum haben Sie sich für eine Partnerschaft auf dem BDEW Kongress mit dem Motto „Zukunft sichern“ entschieden?
Die Energiewirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Das Stromnetz wird immer diverser, dezentraler und dynamischer. Gleichzeitig entstehen durch Smart Home, Smart Grid und neue digitale Vernetzungsmöglichkeiten völlig neue Anforderungen an Datenmanagement, Steuerung und Sicherheit. Genau hier ist Materna mit seiner Expertise in den Bereichen KI, Energy und Utilities sowie Datenräume ein starker Partner für die Branche. Für uns bedeutet „Zukunft sichern“, Energieunternehmen dabei zu unterstützen, ihre Daten nutzbar zu machen, Prozesse resilient aufzustellen und die Chancen der Digitalisierung praktisch umzusetzen. Der BDEW Kongress ist deshalb für uns die richtige Plattform, um mit der Branche über konkrete Lösungen für Zukunftssicherheit, Resilienz und Innovation zu sprechen.
Der BDEW Kongress steht unter dem Motto „Zukunft sichern“. Was kann KI dazu beitragen?
KI ist heute ein zentraler Baustein, wenn es darum geht, Zukunft in der Energiewirtschaft zu sichern. Sie ist unabdingbar bei der schnellen Steuerung komplexer Netze, bei der intelligenten Nutzung von Daten und bei der Absicherung kritischer Infrastrukturen. Das gilt sowohl für die Cyber-Resilienz als auch für die physische Sicherung von Infrastruktur und Liegenschaften. KI kann große Datenmengen in Echtzeit auswerten, Muster erkennen, Entscheidungen vorbereiten und Prozesse automatisieren. Sie hilft dabei, Lasten besser zu prognostizieren, Netze effizienter zu steuern und Risiken früher zu erkennen. Entscheidend ist aber: KI wirkt nicht allein. Sie braucht eine belastbare Datenstrategie, sichere Architekturen und eine gute Integration in bestehende Systeme. Dann wird aus Technologie echter Mehrwert für die Branche.
Welche Chancen bietet KI für Arbeitsprozesse und Unternehmenskultur?
KI nimmt Mitarbeitenden lästige und zeitintensive Arbeiten ab und schafft so Freiräume für wertschöpfende Aufgaben. Gerade bei Dokumentationsaufgaben, Recherchen, Auswertungen oder der Aufbereitung komplexer Informationen kann KI einen großen Beitrag zur Entlastung leisten. Wir sehen das zum Beispiel bei der KI-gestützten Softwareentwicklung: Entwicklerinnen und Entwickler können sich stärker auf den kreativen Prozess konzentrieren, während die KI Aufgaben wie Testing, Debugging oder die Pflege der Versions-History unterstützt. Darüber hinaus verändert KI auch die Unternehmenskultur. Sie fördert datenbasiertes Arbeiten, beschleunigt Lern- und Entscheidungsprozesse und stärkt die Offenheit für neue Formen der Zusammenarbeit. Richtig eingesetzt, macht KI Organisationen nicht nur effizienter, sondern auch innovativer und anpassungsfähiger.